Meine GeschichteMeine Geschichte

​A. Hassan

33 Jahre - aus dem Irak 
seit 2008 in Deutschland


Warum hast du deine Heimat verlassen?
Ich konnte dort nicht mehr leben, mein Leben war prägt vom ständigen Krieg. Man geht zur Arbeit oder zur Schule, ohne Hoffnung wieder zurück zu kommen. Die Gefahr, dass etwas passiert, war sehr hoch.
Man konnte auch nicht frei leben, wie z.B. seine Meinung frei äußern, weil vieles nicht erlaubt war. Gesetz, Religion und Familie bestimmten das Leben. Man ist abhängig. Das Leben bestand aus sehr vielen Zwängen.

Wie bist du nach Deutschland gekommen?
Über die Türkei auf der Ladefläche eines LKW´s. Das war eine sehr lange Fahrt ohne Verpflegung und mit der Unsicherheit, wie es weitergehen würde.

Wie war deine Ankunft / erste Zeit in Deutschland?
Meine GeschichteIch begann ein neues Leben, von Null an – es war meine zweite Chance im Leben. Ich war im Asylbewerberheim im Langenau untergebracht. Das war eine sehr schwierige Zeit, da man noch nicht arbeiten durfte und auch keinen Deutschkurs bekam. Man konnte den ganzen Tag nur essen oder schlafen. Es gab keine Abwechslung, die sanitären Umstände waren schwierig und durch die Langeweile und Mischung der Nationalitäten kam es häufig zum Ausbruch von Aggressionen. Meine Geschichte


Ich konnte dann bei einem Bekannten in München für drei Monate unterkommen und habe Arbeit als Lagerist in Dachau gefunden. So führte mich mein Weg nach Dachau. Ich konnte dann auch schnell eine Wohnung anmieten, so fühle ich mich hier zu Hause.

Was hast du unternommen, um dich zu integrieren?
Meine GeschichteIch habe im Irak die Schule nach der 12. Klasse mit dem Abitur abgeschlossen und wollte gerne Informatik studieren. Das war in Deutschland nicht möglich, so habe ich mein Interesse an der IT in einem Internetcafe umgesetzt.

Wichtig war für mich zuerst die Sprache gut zu lernen. Meinen 6-monatigen Sprachkurs habe ich mit sehr gut bestanden. Dann habe ich 15 Tage am Orientierungskurs mit großem Erfolg teilgenommen und den Einbürgerungstest mit 32 von 33 richtigen Fragen bestanden. Ich lese deutsche Zeitungen, schaue deutsches Fernsehen und habe deutsche Freunde gefunden.

Wo stehst du heute?
Ich habe die Chance auf ein neues Leben genutzt und meine Ziele erreicht. Meine Geschichte
Ich habe eine Arbeit und eine Wohnung. Mittlerweile konnte ich meine Frau nach Deutschland holen. Wir haben einen Sohn, der hier geboren ist und mehrsprachig erzogen wird.
Ich habe meinen Führerschein gemacht und besitze ein Auto. Ich mache alles selbst, das ist wichtig, wenn man auf eigenen Füßen stehen will.
Ich versuche andere Flüchtlinge bei ihrem Weg zu einer erfolgreichen Integration zu unterstützen und helfe z.B. beim Ausfüllen von Anträgen, Erstellen von Lebensläufen, Übersetzungen usw.
Beim BAMF wurde ich als freiberuflicher Dolmetscher angenommen und im Landkreis engagiere ich mich ehrenamtlich beim Projekt der KoBE.

Welche Tipps würdest du anderen Flüchtlingen geben?
Nutze die Chancen, die dir hier gegeben werden. Respektiere die Gesetze, Meinungsfreiheit und die Kultur dieses Landes.
Bemühe dich selbst darum, schnell einen Deutschkurs zu machen – die Sprache ist der Schlüssel zu vielem.

Welche Wünsche hast du noch offen?
Ich würde gerne mein Deutsch noch verbessern und die Einbürgerung schaffen – ich will Deutscher werden. Ich würde auch sehr gerne meinen Namen ändern und einen deutschen Namen wie z.B. Schmid tragen.
Vor allen Dingen – ich will nicht mehr zurück!

Vielen Dank Abdallah für die offenen Worte!





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